18.04.2023

Medienmitteilung

Mit dem Sezierbesteck aufs Siegerpodest

Vom 11. bis 16. April fand an der Universität Bern das Finale der Schweizer Biologie-Olympiade statt. 18 Jugendliche stellten ihr Wissen über die belebte Natur unter Beweis. Sie sequenzierten das Mikrobiom von Primeln, erforschten die Krankheiten der Tessiner Weinreben und sezierten sogar einen Hai. Auf die vier Gewinner wartet nun ein Abenteuer in den Arabischen Emiraten:

Gold ging an (von links nach rechts): Nathan Böhler, Anthony Gillioz, Kilian Sintić, Davide Petraglio. (Alle Bilder: Till Epprecht, Biologie-Olympiade)

Silber ging an (von links nach rechts): Ole von Pechmann, Livia Fischer, Lucienne Lanz, Silvan Zumbrunn.

Bronze ging an (von links nach rechts): Janna Brodbin, Elia Witschard, Leo Kilchenmann, Kilian Belohlavek.

Hinten, von links nach rechts: Meret Röthlisberger, Yann Spillmann, Regina Knüsel, Elia Witschard, Lucienne Lanz, Janna Brodbin, Livia Fischer, Leo Kilchenmann, Per Ole von Pechmann, Silas Spühler, Kilian Belohlavek, Silvan Zumbrunn, Antoine Sinss

 

Vorne, von links nach rechts: Anthony Gillioz, Kilian Sintić, Davide Petraglio, Robin Spichiger

Elia Witschard seziert einen Katzenhai.

Janna Brodbin und Silvan Zumbrunn nehmen Proben von Blüten.

Meret Röthlisberger während eines Praktikums.

«Am Anfang dachte ich: Oh Gott, ich habe keine Ahnung, was ich hier mache! Aber dann bin ich in den Flow gekommen und es hat wirklich Spass gemacht», erzählt Anthony Gillioz.

Auch mit Informatik kennt sich der Biologie-Nachwuchs von heute aus: Die Teilnehmenden arbeiteten am Computer mit ökologischen Daten zu einer Weinrebenkrankheit aus dem Tessin.

Kilian Sintić

Anthony Gillioz

Nathan Böhler

Davide Petraglio

  • Davide Petraglio, Liceo cantonale di Locarno (TI)
  • Kilian Sintić, Kantonsschule Wettingen (AG)
  • Nathan Böhler, Alte Kantonsschule Aarau (AG)
  • Anthony Gillioz, Kollegium Spiritus Sanctus Brig (VS)

Ausserdem wurden je vier Silber- und Bronzemedaillen verliehen (siehe Rangliste).

Vielfältige Herausforderungen

Die Prüfungstage stellten die Finalist*innen vor vielfältige Herausforderungen. Sie mussten Pflanzenstängel mikroskopieren, Hufeisenkrebse bestimmen und mit modernen Sequenzierungstechnologien Gen-Bibliotheken aus eigens extrahierter DNA erstellen. Im Labor pipettierten sich die jungen Talente durch Praktika über Weizenproteine und sezierten Schweinenieren und kleine Katzenhaie. Auch mit Informatik kennt sich der Biologie-Nachwuchs von heute aus: Die Teilnehmenden arbeiteten am Computer mit ökologischen Daten zu einer Weinrebenkrankheit aus dem Tessin. «Es war sehr lustig, aber auch stressig, da die Praktika dicht gestaffelt waren und ich erst wenig Laborerfahrung habe», meint Silber-Gewinner Silvan Zumbrunn. Während der Vorbereitungswoche habe er aber vieles gelernt, das er am Finale anwenden konnte. Auf die Biologie-Olympiade kam der vielseitig interessierte Adelbodner über seine Teilnahme an der Physik-Olympiade.

Erst Stress, dann Flow

«Am Anfang dachte ich: Oh Gott, ich habe keine Ahnung, was ich hier mache! Aber dann bin ich in den Flow gekommen und es hat wirklich Spass gemacht», erzählt Anthony Gillioz. Er wurde von seinen Lehrpersonen auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht, der es ihm ermöglicht, über den normalen Schulstoff hinauszugehen. Bei der Biologie-Olympiade sei auch die laufende Forschung Thema, die noch nicht im schulischen Klassenzimmer angekommen ist. Auch Kilian Sintić motiviert die Neugier: «Ich bin mit dem Gedanken hierhergekommen, dass ich etwas lernen will. Ich habe es gar nicht so sehr als Prüfungssituation wahrgenommen.» Aufs Herbstsemester hat sich Kilian schon für ein Biologiestudium eingeschrieben. Zuerst steht ihm aber eine Reise bevor: Die vier Gewinner haben sich mit ihren Goldmedaillen für die Internationale Biologie-Olympiade qualifiziert, die dieses Jahr vom 3. – 11. Juli in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfindet.

Rangliste

Rang

Vorname

Nachname

Schule

Kanton

1. Gold

Davide

Petraglio

Liceo cantonale di Locarno

TI

2. Gold

Kilian

Sintić

Kantonsschule Wettingen

AG

3. Gold

Nathan

Böhler

Alte Kantonsschule Aarau

AG

4. Gold

Anthony

Gillioz

Kollegium Spiritus Sanctus Brig

VS

5. Silber

Lucienne

Lanz

Gymnasium Thun 

BE

6. Silber

Livia

Fischer

Kantonsschule Sargans

SG

7. Silber

Ole

Von Pechmann

Kantonsschule Zürcher Oberland

ZH

8. Silber

Silvan

Zumbrunn

Gymnasium Thun 

BE

9. Bronze

Kilian

Belohlavek

Kantonsschule Wettingen

AG

10. Bronze

Elia

Witschard

Kollegium Spiritus Sanctus Brig

VS

11. Bronze

Janna

Brodbin

Alte Kantonsschule Aarau

AG

12. Bronze

Leo

Kilchenmann

Neue Kantonsschule Aarau

AG

*

Antoine

Siss

Gymnase intercantonal de la Broye

VD

*

Meret

Röthlisberger

Gymnasium Burgdorf

BE

*

Regina

Knüsel

Alte Kantonsschule Aarau

AG

*

Robin

Spichiger

Kantonsschule Solothurn

SO

*

Silas

Spühler

Kantonsschule Schaffhausen

SH

*

Yann

Spillmann

Kantonsschule Uster

ZH

*alphabetische Reihenfolge 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend.  Zehn Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 6'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.

 

Links

Bilder

Zur freien Verwendung mit Quellenangabe (Till Epprecht, Biologie-Olympiade). Download am Ende des Beitrags via Button. Weitere Bilder erhalten Sie auf Anfrage.

 

Kontakt

Lara Gafner

Medienverantwortliche

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

Hochschulstrasse 6

3012 Bern

+41 31 684 35 26

l.gafner@olympiad.ch

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